Bürgermeister, Regionalredakteur, Staatsanwaltschaft

Von den total­itären Maß­nah­men gegen mich beim Frei­heits­marsch für Frei­heit, Demokratie und Grun­drechte in Erbach am Son­ntag, dem 23. Jan­u­ar, habe ich inzwis­chen den Erbach­er Bürg­er­meis­ter Dr. Traub informiert. Zudem habe ich die Staat­san­waltschaft informiert und einen Region­alredak­teur des Oden­wälder Echos kontaktiert.

Aber es geht mir nicht so sehr um mich. Dem Bürg­er­meis­ter brachte ich auch den Über­fall auf das ältere Ehep­aar zur Ken­nt­nis, dessen Zeuge ich indi­rekt gewor­den bin. Es ist zu erwarten, daß eine Sachver­halts­darstel­lung an die Staat­san­waltschaft nicht zu den erforder­lichen Ermit­tlun­gen gegen die jun­gen Leute im Kamp­fanzug führen wird. Trotz­dem schien es mir sin­nvoll, die Infor­ma­tio­nen dem Bürg­er­meis­ter und der Staat­san­waltschaft zukom­men zu lassen. Denn später, wenn diese Zeit ein­mal aufgear­beit­et wird, wer­den sie den Ver­ant­wortlichen es schw­er­er machen, zu sagen: „Das haben wir nicht gewußt!“

An die vorge­set­zten Polizeileitun­gen und den Innen­min­is­ter richte ich die Bitte und Auf­forderung, es sich dop­pelt zu über­legen, welche Ein­heit­en irgend­wo aufs Land geschickt und auf friedliche Bürg­er los­ge­lassen wer­den, wie hier in den Oden­wald, die nichts anderes tun, als für ihre Grun­drechte spazieren und demon­stri­eren gehen. Für jene Grun­drechte, auf die Regierung, Beamte und Polizis­ten verei­digt sind.

Ich habe den Bürg­er­meis­ter an seine Worte vom März 2021 erin­nert, als er betonte, daß „die staatlichen Ord­nung­sor­gane“ dann ein­greifen müßten, wenn Aufla­gen „grob mißachtet“ wer­den, aber selb­st dann, „wo immer möglich, maßvoll und in erster Lin­ie deeskalierend zu agieren“ hät­ten. Davon war am Son­ntag aber wenig zu spüren. Die jun­gen Leute im Kamp­fanzug han­del­ten nach ganz anderen Grundsätzen.

In diesem Sinne habe ich die Staat­san­waltschaft über mögliche Straftat­en bei einem Polizeiein­satz informiert und ersucht, dies zu prüfen. Eben­so habe ich auch die Staat­san­waltschaft ersucht, die Polizei darauf hinzuweisen, daß hier friedliche Bürg­er für ihre Grun­drechte demon­stri­eren und keine gewalt­bere­it­en Asozialen.

Wie die jüng­ste Ver­gan­gen­heit lehrt, ist anzunehmen, daß auch die kon­tak­tierte Zeitung meinen Erleb­nis­bericht und den Frei­heits­marsch ignori­eren wird. Ich habe den von mir kon­tak­tierten Redak­teur aber aufmerk­sam gemacht, daß auch er nicht mehr sagen kann, davon nichts gewußt zu haben.

Vielle­icht find­et jemand in dieser Schilderung eine Anre­gung, falls sich solche Vor­fälle wieder­holen sollten.